Land it lugg (3)

Am obra Dura dreht sa dr Bayerwend wia a Wura, besagt ein alter Mindelheimer Ausspruch über den mitunter kähl einfallenden Ostwind, dessen hiesiger Name Bayerwend davon herrührt, dass er aus dem Altbayerischen zu uns herüber weht, während sich die Bezeichnung Henderwend für den Westwind wohl davon ableiten lässt, dass bäuerliche Anwesen die Rückseite ihres Stalles vorzugsweise auf der Wetterseite zu haben pflegten, sodass der Westwind quasi von hinterhalb blies und somit als Hinterwind wahrgenommen wurde.

Aber kommen wir noch einmal auf den Bayerwend zu sprechen, den wir auch heute noch gerne in bildhafter Weise bemühen, wenn wir zum Ausdruck bringen möchten, dass an einer Sache ganz augenscheinlich etwas faul zu sein scheint. Des schmecksch doch hondrd Meddr gegs da Bayerwend, heißt die anschauliche Redewendung, die nicht nur Argwohn gegenüber dem Wahrheitsgehalt einer Angelegenheit kundtut, sondern zudem auch noch belegt, dass sich der Schwabe gemeinhin auf recht eigenwillige Weise seiner Sinne bedient, wirft er doch den Geschmacks- und den Geruchssinn gleichsam in einen Topf, indem er nicht nur mit dem Mund, sondern au mit dr Näs schmeckt.