Land it lugg (7)

So kah ma ´s au macha. Nein, diese Äußerung signalisiert keine Zustimmung und als Billigung einer Vorgehensweise kann sie schon gleich gar nicht dienen. Im Gegenteil. In ihr steckt eine gehörige Portion Unverständnis, wohl sogar ein gerüttelt Maß an Ablehnung. Die Anmerkung so kah ma ´s au macha ist nämlich keineswegs wörtlich zu nehmen und bedeutet eben nicht, dass man etwas so auch machen kann, sondern dass einem ein Verhalten missfällt und man die bewusste Angelegenheit selbst ganz anders gehandhabt hätte. Höflich verpackt. Zurückhaltend formuliert. Aber unmissverständlich. Man darf sich halt das Augenzwinkern der knappen Bemerkung nicht entgehen lassen, dann nimmt man ihre eigentliche Aussage und das sie begleitende innere Kopfschütteln schon wahr.

Es heißt also, sich von der Oberflächlichkeit des ersten Blickes nicht auf den Holzweg leiten zu lassen, sondern genau hinzuhören und auf Feinheiten zu achten. Wie so oft in der Mundart. Auf die Betonung. Auf den Tonfall. Auf die Stimmlage. Auf sacht nach oben gezogene Augenbrauen, ein kurzes Durchschnaufen, einen leicht zur Seite geneigten Kopf. Und auf die Wörter. Die verwendeten genauso wie die ausgelassenen. Etwa ein eingeschobenes scha, das trotz seiner Unscheinbarkeit allerhand zu bewerkstelligen vermag. So kah ma ´s scha au macha. Das hört sich dann schon gleich wieder ganz anders an. Nach Zustimmung. Nach tatsächlicher Zustimmung. Was ein paar Buchstaben und ein kleines Partikelchen doch so alles bewirken können.