Land it lugg (8)

Wie wohl tut es heutzutage schon, wenn sich d´ Roata Riab sprachlich gegen die Vereinnahmung durch den norddeutschen Begriff Rote Beete zu behaupten vermögen, das Herz aber geht einem auf, wenn man die Menschen im oberen Mindeltal sogar noch von Randa sprechen hört. Da hat man dann sogleich die fürsorglichen Hände vor Augen, die nichts verkommen lassen, auch die einfachen Zutaten ehren und ohna Hudla selbst dann etwas Schmackhaftes zaubern, wenn sie von den anstehenden Arbeiten zur Eile gemahnt werden und drzua doa miaßat, dassa om ´s Rädla kommat. Oggsaauga mit Bodabiara brauchen sich dann keineswegs zu verstecken und würzige Krautkrapfa oder mit Bachschtoiner zubereitete Kässchpaza sind ohnehin hiesige Delikatessen, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Bleiben wir aber bei den traditionellen Ausdrücken, von denen vorwiegend einfache Speisen näher bezeichnet werden, was uns nicht verwundern sollte, stammen doch sowohl diese Gerichte als auch deren Namen aus vergangenen Tagen, in denen es mit unserem Wohlstand eben noch nicht ganz so weit her war. Dr Eierhaber ist ein verschärrader Pfannkuchen und dr Blonza die Blutwurst, während die Mundartausdrücke Schtopfer und Duranand für schwäbische Kartoffelgerichte stehen. Zur Gurke, die ebenso trefflich zum Katzagschrai passt wie die mit Zwiefala verfeinerten Fisola, sagt man Guggommr. Natürlich schmeckt eingangs einer Mahlzeit auch ein mit dr Gatza geschöpftes Süppla, in das man Flädla legt.

Die schwäbische Hausmannskost ist bodenständig und handfest, schließlich muss sie seit jeher gscheid heaheba, damit man gestärkt in den Nommada gehen und meah ebbas schaffa kann. Keine guten Dienste vermag bei der Zubereitung der Speisen übrigens ein Pfändla zu leisten, handelt es sich dabei nämlich keinewsegs um eine kleine Pfanne, sondern vielmehr um einen weinerlich verzerrten Kindermund, und Krautschtampfer, nein, die braucht eine gute Köchin auch nicht unbedingt zu haben, um in der Küche segensreich zu wirken.