Land it lugg (9)

Hennaschaiß, Hennadreißgescht, Hennahack

Der bildhafte Ausdruck Hennaschaiß geht in seinem Ursprung zwar auf die Henne zurück, doch besitzt seine übertragene Bedeutung selbstverständlich einen ganz eigenen Sinngehalt. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen. Haut ebber all Hennaschaiß ebbas zom Jaumra, dann neigt diese vermutlich wehleidige Person ohne Unterlass zum Lamentieren und es täte not, hie und da auch einmal auf das ständige Klagen zu verzichten, weil man als Kneischt auf Dauer ganz schön iberläschtig werden kann. Der Begriff all Hennaschaiß ließe sich also treffend mit dem hochdeutschen Wort unablässig erklären und seine Entstehung hängt unübersehbar mit der Neigung der Henne, immer und überall einen Hennabeggl fallen zu lassen, zusammen.

Den Ausdruck Hennadreißgescht verwenden wir ganz allgemein für eine misslungene Veranstaltung und im Besonderen für ein lausiges Essen, dessen Mangelhaftigkeit dem Umstand geschuldet ist, dass die Gastgeber schlicht und ergreifend zu kähl, also zu geizig waren, um bessere Kost anzubieten.

Apropos Kost – um die muss sich der Hennahack selbst kümmern. Der Hennahack, das ist nämlich der Falke, sodass dieser Ausdruck für einmal eher wörtlich genommen werden darf, obwohl besagter Raubvogel nur selten auf wirkliche Hühner herabstößt, sondern überwiegend Mäuse und Vögel auf seinem Speiseplan stehen hat.